Vorträge 2019/1

Anlässlich des 250. Geburtstags des großen deutschen Naturforschers bringen wir in diesem Jahr eine
"Hommage an Alexander von Humboldt".
Dafür laden wir Sie im ersten Halbjahr zu folgenden Veranstaltungen ein:

Freitag, 25. Januar 2019, um 19,00 Uhr im Angletsaal bietet zunächst
Dr. Ludwig Fugmann, Ansbach,
"Eine Einführung in die Vortragsreihe: Annäherung an einen Universalgelehrten".
Anschließend spricht
Prof.Dr.Günter Dippold vom Bezirk Oberfranken - Kultur- und Heimatpflege, Bayreuth, über
"Alexander von Humboldt und sein fränkisches Erbe."
Von 1792 bis 1797 lenkte der noch wenig erfahrene Alexander von Humboldt das Bergwesen in dem jetzt preußischen Fürstentum Bayreuth, wobei er auch ins Ansbachische entsandt wurde, etwa nach Crailsheim und Bruckberg. Der Referent umreißt die Leistungen und Verdienste des jungen Oberbergmeisters in seinen fränkischen Wirkungsstätten. Er fragt jedoch auch, was von Humboldts Wirken blieb.


Freitag, 15. Februar 2019, um 19,30 Uhr im Angletsaal berichtet
Dr. Frank Holl, Leiter der Münchener Wissenschaftstage, München, über
"Zur Freiheit bestimmt - Alexander von Humboldts Blick auf die Kulturen der Welt".
Humboldts Menschenbild war geprägt von der Aufklärung und den Idealen der Französischen Revolution. Dies zeigt sich besonders in seiner Sicht auf die verschiedenen Kulturen der Welt. Im Zentrum des Vortrags steht sein Blick auf die amerikanischen Eingeborenen. Sie waren für ihn Objekte anthropologischer Studien, aber auch wertvolle Mitglieder seiner Expedition. Der enge Kontakt mit ihnen verfeinerte sein Menschenbild. Humboldt sieht in den amerikanischen Indigenen den Europäern ebenbürtige Menschen, die allerdings auf anderen und untereinander verschiedenen Entwicklungsstufen stehen. Humboldt forderte die Respektierung ihrer Kulturen aber auch deren Teilhabe an den Fortschritten der Zivilisation, vor allem an Bildung. Das Aufzwingen einer anderen Religion wie das Christentum lehnte er ab. "Alle sind gleichmäßig zur Freiheit bestimmt", schrieb er später im "Kosmos". Vehement wehrte er sich Zeit seines Lebens gegen die "Annahme von höheren und niederen Menschenrassen".


Freitag, 15. März 2019, um 19,30 Uhr im Angletsaal
folgt ein Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Endlicher vom Lehrstuhl für Klimageographie der Humboldt-Universität in Berlin über:
"Zwischen Wüste und Regenwald - die Klimate Südamerikas".
Alexander von Humboldt gilt nicht nur als der wissenschaftliche Entdecker Südamerikas, sondern auch als Mitbegründer der modernen Geographie und Klimatologie. Auf seinen Spuren führt der Vortrag vom feucht-tropischen Klima Amazoniens über die Höhenstufen der äquatorialen Anden zum Wüstenklima der Salzpuna. Die Bedeutung der Kordillere als Klimascheide im Cono Sur zwischen Chile und Argentinien wird erörtert und die Konsequenzen der klimatischen Ausstattung für die natürliche Vegetation und den Lebensraum des wirtschaftenden Menschen werden dargelegt. Auch auf die größte natürliche Klimaschwankung der Erde, das El Niño-Phänomen, wird eingegangen. Der Vortrag schließt mit einem Blick auf den Stand des Wissens über die aktuellen und künftigen Folgen des Klimawandels in Südamerika.


Freitag, 5. April 2019, um 19,30 Uhr im Angletsaal
spricht Prof. Dr. Bernd Kramer vom Zoologischen Institut der Universität Regensburg über:
"Leben im Amazonas - manche Fische sagen es elektrisch".
Starkelektrische Fische wie der Zitterrochen des Mittelmeeres und der Zitterwels des Nils sind seit dem Altertum bekannt, denn sie teilen schmerzhafte elektrische Schläge aus. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der südamerikanische Zitteraal als Spannungsquelle zum "Geburtshelfer" für die ersten Schritte zu einer physikalischen Elektrizitätslehre; auch Humboldt versuchte um 1800 mit Hilfe eines Zitteraals rätselhafte Phänomene wie Blitze, elektrostatische Aufladung und Magnetismus zu verstehen. Dagegen erschienen die erst kurz vor Beginn der Raumfahrt (1957) entdeckten, schwachen elektrischen Entladungen der Verwandten des Zitteraals funktionslos. Sind schwachelektrische Messerfische nur die armen Verwandten der "richtigen", also starkelektrischen Fische? Nein, denn gerade mit schwachen Entladungen können die Fische erfolgreich bei Nacht kommunizieren und orten, ohne die vielen visuell und akustisch orientierten Räuber zu alarmieren. Seither sind schwachelektrische Fische ein bevorzugtes Untersuchungsobjekt der Neuroethologie, denn es galt ein komplettes, neues Sinnessystem von - wie wir inzwischen wissen - genereller Bedeutung zu erforschen und stammesgeschichtlich einzuordnen. Der Vortrag soll ein Bild der Sinnesleistungen und Lebensweise einer der faszinierendsten Tiergruppen aus einem der am wenigsten erforschten Habitate der Erde - tropische Flüsse - geben.